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Kanuslalom

17.10.2018 - Olympische Jugendspiele: Leipziger Slalom-Talent holt Silber

Buenos Aires. Egal, in welche Richtung sich ihre leistungssportliche Karriere einmal entwickeln wird: Das Jahr 2018 ist und bleibt im Leben von Zola Lewandowski ein ganz besonderes. Frankreich, Spanien, Italien Slowakei, Tschechien, Slowenien und schließlich Argentinien – all diese Länder hat die Slalomkanutin allein in dieser Saison über ihren Sport bereist. Gestern die Krönung in Buenos Aires: Bei den Olympischen Jugendspielen errang die Leipziger LKC-Slalomkanutin Silber im Canadierboot.

Herausragend dabei ihr Halbfinale, als sie die haushohe Favoritin und Kajak-Gewinnerin des Vortages aus der Slowakei im direkten Duell besiegte. Damit hatte sie die ersehnte Medaille sicher. Im Finale nur eine halbe Stunde später fehlten dann gegen eine Französin acht Zehntel zu Gold. Tags zuvor hatte Zola das Podest um eine halbe Sekunde verfehlt. Auch bei der Junioren-EM und -WM war sie in diesem Jahr schon am Start und sammelte gegen ältere Kontrahentinnen Erfahrung. Eine EM-Bronzemedaille im Teamwettbewerb brachte sie mit, „auch wenn mir bei beiden Meisterschaften sicher nicht die schönsten Fahrten gelungen sind“, so das eigene Urteil .

Auf den Höhepunkt in Buenos Aires hatte die Sächsin lange hingearbeitet, denn im November 2017 fand in Kienbaum der erste Ausscheid statt. Wegen der empfindlichen Kühle im See wurde die obligatorische Kenterrolle aber in die Schwimmhalle verlegt. Um zum internationalen Ausscheid nach Barcelona zu kommen, musste sich Zola auch gegen Kanurennsportler durchsetzen. Dabei kam ihr zugute, dass sie einst bei der SG LVB als Kanurennsportlerin begonnen hatte. „Irgendwann machte mir Slalom mehr Spaß – da bin ich gewechselt.“

Als Zola im April in Spanien nach der Hälfte auf Rang 23 lag, rief sie die Mutti an und sagte: „Es ist sehr schön hier – aber mit Argentinien wird es wohl nichts.“ Zwei Tage später gewann sie den Slalom und schob sich als beste Europäerin noch auf den weltweit fünften Platz vor.

Das Ticket war gelöst. In Argentinien wurde nun der Slalom einzeln gewertet. Zola Lewandowski durfte innerhalb von 24 Stunden doppelt ran, was zwei Medaillenchancen bedeutete, aufgrund der vielen Läufe im K.o.-System aber eine Kraftfrage wurde. Nach Platz vier im Kajak flossen am Montag ein paar Tränen, doch gestern hieß es: Neuer Angriff in der Spezialdisziplin Canadier. Am Ende jubelte sie gemeinsam mit Trainer Eric Mendel über Silber.

Zuletzt zog sich wie für alle Sommersportler Zolas Vorbereitung auf den Höhepunkt in Südamerika wie Kaugummi. Normalerweise ist die Saison im Slalom wie in der Leichtathletik im September beendet. Das war auch für Speerwerferin Lea Wipper nicht leicht. Sie bestritt am Sonnabend in Buenos Aires ihren letzten Wettkampf als 16-Jährige – unter 15 Starterinnen sprang Rang sieben mit 50,54 m heraus. Nach dem Geburtstag am Sonntag folgte gestern Abend der erste Start mit 17 Lenzen. Diesmal steigerte sie sich nach zähem Beginn im letzten Wurf auf 49,18 m und wurde wie auch in der Gesamtwertung Achte.

Aufgrund der Aufregung, der langen wettkampffreien Zeit und des Rückenwindes hatte Lea beim ersten Start Probleme mit dem ungewohnt schnellen Anlauf. Gestern das andere Extrem, als ihr Gegenwind zu schaffen machte. Um unter die Fittiche eines hauptamtlichen Speerwurftrainers zu kommen, hat die Blondine im Sommer Schule und Standort gewechselt – sie trainiert nun in Magdeburg, will aber möglichst auch in Zukunft für den SC DHfK starten. „Es war für Lea nicht einfach, sich im komplett neuen Umfeld auf die Jugendspiele vorzubereiten, zumal es in den vergangenen Wochen keine Testwettkämpfe gab. Aber Platz acht bei Olympia ist doch sehr ordentlich“, so Vater Mario Wipper, der die Tochter lange gemeinsam mit Hürden-Bundestrainer Jan May betreut hatte.

Im Juli hatte Lea Wipper Pech, als bei der U18-EM in Györ ihr weitester Wurf falsch vermessen wurde. Statt 55,76 m – dies ergab die spätere Video-Nachmessung – kam ein Meter weniger ins Protokoll. Statt Bronze wurde es Rang vier. Dennoch wechselt sie mit einem guten Gefühl in die A-Jugend. Ihr Speer wird ab Januar 100 Gramm schwerer. Doch Umstellungen und neue Situationen betrachtet Lea Wipper längst als Herausforderung. Frank Schober

Leipziger Volkszeitung, 17.10.2018

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